Ein Dach für Kinder, Eltern und Ältere

Artikel der Winnender Zeitung vom 19.06.2010
Arbeitskreis Lebensformen: Volkshochschulleiterin Sybille Mack, Waltraud Lang, Angelika Bochnig, Heinz Dengler, Eva Schwanitz, Marlies Funk-Becker und Bernhilde Haag. Bild: Habermann Foto: ZVW
Arbeitskreis Lebensformen: Volkshochschulleiterin Sybille Mack, Waltraud Lang, Angelika Bochnig, Heinz Dengler, Eva Schwanitz, Marlies Funk-Becker und Bernhilde Haag. Bild: HabermannFoto: ZVW

Farrenstall befruchtet Wohnprojekt

Artikel der Winnender Zeitung (Regina Munder) vom 16.01.2012 
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Anstelle des Farrenstalls (Hintergrund) möchte die Gruppe „Mittendrin - Gemeinschaftliches Wohnen“ ein Mehrgenerationenhaus bauen. Das Grundstück liegt im Hof hinter der Steak- und Schnitzelmeisterei an der Ringstraße. Im Vordergrund vier von 14 ernsthaften Interessenten (von links) Gerhard Gold, Waltraud Lang, Eva Schwanitz und Hermann Rotter. Foto: ZVW
Anstelle des Farrenstalls (Hintergrund) möchte die Gruppe „Mittendrin - Gemeinschaftliches Wohnen“ ein Mehrgenerationenhaus bauen. Das Grundstück liegt im Hof hinter der Steak- und Schnitzelmeisterei an der Ringstraße. Im Vordergrund vier von 14 ernsthaften Interessenten (von links) Gerhard Gold, Waltraud Lang, Eva Schwanitz und Hermann Rotter.Foto: ZVW

  Winnenden. Im Farrenstall hat früher der von der Stadt gehaltene Bulle die Kühe der Winnender Bauern besamt. Für ein besonderes Wohnbauprojekt soll das alte Gebäude im Hof hinter der Steak- und Schnitzelmeisterei weichen. „Es entsteht ja etwas Neues, Fruchtbares“, sagt Waltraud Lang, eine der künftigen Mitbewohnerinnen. „Kinder anstatt Kälber“, fügt Eva Schwanitz, Sprecherin und ebenfalls künftige Bewohnerin, hinzu und erntet fröhliches Lachen.

Der Humor und die Chemie unter den vier künftigen Mitbewohnern des Mehrgenerationenhauses stimmen beim Pressegespräch. Beste Voraussetzung für das gedeihliche Miteinander bei einem Projekt, das jetzt den Startschuss erschallen lassen kann: Die Stadt hat der Gruppe das Gelände unterm ehemaligen Farrenstall für die nächsten drei Jahre reserviert.

Das war Anlass für die Gruppe, sich einen offiziellen Namen zu geben: „Mittendrin - Gemeinschaftliches Wohnen“, nennt sie sich und ihr Projekt. Jetzt gilt es, so rasch wie möglich weitere ernsthafte Interessierte zu finden, die eine Wohnung in dem eigens für die Gruppe zu erstellenden Neubau kaufen wollen. Zu dieser Spezies zählen sich Gruppensprecherin Eva Schwanitz und Gerhard Gold samt Frau aus Hertmannsweiler. „Investiert in Backsteine, nicht in Aktien, die eh den Bach runtergehen“, appelliert Waltraud Lang an ihre Altersgenossen. Sie darf es jetzt sagen, sie ist Bankkauffrau in der passiven Phase der Altersteilzeit und beflügelt von der Idee, eine (Miet-)Wohnung für sich zu haben, die sie hinter sich abschließen kann, gleichzeitig aber in einem großen Haus mit mindestens 20 Appartements unterschiedlicher Größe zu leben, in dem die Bewohner einander kennen wollen, in dem man sorglos aufeinander zugehen, im Gemeinschaftsraum miteinander feiern, Ausstellungen organisieren, künstlerisch und musikalisch tätig sein kann. „Es ist mir wichtig, dass die Eltern wissen, es ist immer jemand da, wenn es später wird, das Kind steht nicht auf der Straße“, sagt Waltraud Lang.

 

 

 

Fünf Winnender suchen Mitbewohner und eine zentrale Immobilie für ein Mehrgenerationenhaus

Winnenden. Kinder, Eltern, Mittelalte und Alte unter einem Dach - das müsste funktionieren. Fünf Winnender gehen seit dieser Woche ein Mehrgenerationenhaus an. Nach Mitstreitern aus allen Generationen suchen sie und nach einem zentral gelegenen Grundstück oder Gebäude. Seniorenrat und Volkshochschule stehen hinter dem Projekt.

Schorndorf und sein Mehrgenerationenhaus sind das Vorbild. Auch ein Karlsruher Projekt hat die Winnender inspiriert, die alle zum Arbeitskreis Lebensformen der Volkshochschule und des Seniorenrats gehören. Die fünf haben noch keine fertigen Pläne in der Tasche. Vorweisen können sie aber ihre Entschlossenheit: Sie wollen in ein Haus mit mehreren Generationen einziehen. Die Ruhe und Abgeschottetheit einer Altersresidenz brauchen sie nicht. Kinderlachen ist ihnen eine Freude und Kinderlärm stört sie nach eigenem Bekunden nicht. Sie wissen auch schon, wo das Haus der Generationen stehen soll: irgendwo in der Winnender Innenstadt, fußläufig zur S-Bahn, zum Einkaufen, zu den Schulen (für die Kinder, die hoffentlich einziehen wollen) und zum Wunnebad.

Initiatoren hoffen auf Hilfe der Stadt bei der Bauplatzsuche

Heinz Dengler, Vorsitzender des Seniorenrats, hofft sehr, dass die Stadt das Projekt unterstützt und vor allem bei der Grundstücks- oder Gebäudesuche hilft. Und die fünf Initiatoren wünschen sich, dass sich weitere melden: Vermögen oder Einkommen der Mitgründer sollen keine Rolle spielen. Künftige Mieter sind genauso willkommen wie Erwerber von Wohnungen. Nach einer kurzen Diskussion waren sich die Gründer einig: Es können sich auch Investoren beteiligen, die selbst nicht einziehen, aber Wohnungen im Mehrgenerationenhaus vermieten wollen.

Die Gründergruppe hat sich herausgebildet aus dem Arbeitskreis Lebensformen. Dieser Kreis fand sich vor einigem Jahr zusammen, führte Gespräche, lud Referenten ein, besuchte Mehrgenerationenhäuser und formulierte den Traum vom Wohnen der Generationen. Drei der fünf Gründer nahmen am Pressegespräch teil und erzählten, wie sie gerne künftig wohnen würden. „Ich bin noch berufstätig. Das geht zu Ende. Und dann? Was mache ich dann? Ich interessiere mich ganz arg für ein Mehrgenerationenhaus. In Schorndorf habe ich gesehen, dass es ein Miteinander möglich macht“, sagt Waltraud Lang.

Auch die 63-jährige Eva Schwanitz ist noch berufstätig, als Künstlerin und Kunsterzieherin: „Ich bin schon lange entschlossen, eine alternative Form des Altwerdens selbst zu gestalten, bin auf den Henning Scherf gestoßen, der selbst mit mehreren Generationen zusammenlebt und darüber berichtet. Und Schorndorf hat mich überzeugt.“ Schwanitz, die Schwungvolle, kann sich noch viel vorstellen nach dem Ende der Berufstätigkeit: Mit Kindern Kunst machen möchte sie gerne, vielleicht im Mehrgenerationenhaus. Von Hanweiler, wo sie jetzt wohnt, möchte sie in die Innenstadt ziehen.

Marlies Funk-Becker, die Dritte im Bunde, fragt sich, ob sie vielleicht zu alt ist für ein Mehrgenerationenhaus, wenn es denn in fünf Jahren erst Wirklichkeit wird. Sie ist jetzt 70 Jahre alt und weiß: „Das Pflegeheim wird einem nicht erspart durch das Mehrgenerationenhaus.“

Fünf Jahre Wartezeit wäre lang. Es müsste schneller Wirklichkeit werden, meint Heinz Dengler: „Wenn wir mal sieben oder acht Gründer haben, werden wir das Projekt angehen.“ Der Vorsitzende des Seniorenrats möchte von jetzt an in Gesprächen mit der Stadt das Haus vorwärtsbringen.

 

 

Mitbewohner jeden Alters gesucht

Artikel der Stuttgarter Zeitung (Kathrin Wesely) vom 18.07.2012

 

Winnenden. Das Mehrgenerationenhaus „Mittendrin“ nimmt langsam
Gestalt an und hat auch schon einen Bauplatz.


Unabhängig sein und dennoch in Gemeinschaft leben – diese zwei Dinge wollen die Initiatoren eines Mehrgenerationenhauses in Winnenenden unter einen Hut bringen. Sechs Personen haben bereits ihr Kapital eingebracht, damit ihre Vision wahr wird. Die Stadt unterstützt ihr Projekt nach Kräften und hat der Planungsgesellschaft das Vorkaufsrecht auf einen Bauplatz am Kronenplatz eingeräumt.Der backsteinerne Farrenstall, in dem die Stadt in früheren Zeiten ihre Zuchtbullen hielt, und einige andere alte Gebäude werden abgerissen. Auf einer Fläche von etwa 1800 Quadratmetern soll dann das Mehrgenerationenprojekt „Mittendrin“ entstehen, das sich über drei Gebäude erstreckt, die durch Laubengänge miteinander verbunden werden. Noch ist die Umgebung geprägt durch die Bundesstraßenschneise, die einst die Stadt zersägte. Doch der gesamte Bereich wird saniert und verkehrsberuhigt. Nach der ersten groben Planung wird „Mittendrin“ etwa 20 Wohneinheiten verschiedener Größe und individuellen Zuschnitts bieten, plus Gemeinschaftsräume
für Kinder und Erwachsene. 40 bis 50 Menschen sollen hier ihr Zuhause finden –Alte,
Junge, Singles und Paare mit und ohne Kinder. Die Initiatoren haben sich die Genossenschaft Pro aus Stuttgart mit ins Boot geholt. Sie hat langjährige Erfahrungen mit ähnlichen Projekten, berät, hilft bei der Planung und hat selbst einen Fuß in der Tür bei „Mittendrin“ – sie baut vier Wohnungen, die sie vermieten will.
Jetzt gilt es, weitere Mitstreiter zu finden, damit das Projekt finanziert werden kann. „Ich hoffe, dass wir eine gute Mischung aus Alt und Jung hinkriegen“, sagt Eva Schwanitz, die das Projekt seit Jahren mit vorantreibt. Die Künstlerin und pensionierte Lehrerin hat keine Lust, auf Dauer allein in einem Haus zu leben. „Wenn ich aus dem Urlaub komme, dann wäre jemand da, dann kehrte ich nicht mehr in ein leeres Haus zurück.“ Schwanitz ist eine der wenigen, die umfangreiche WG-Erfahrung mitbringt. Nicht, dass irgendeiner der sechs Entschlossenen auch nur etwas Wohngemeinschafts ähnliches eröffnen wollte. Alle betonen, wie wichtig es ihnen sei, die Haustür hinter sich zumachen zu können. Aber Tugenden wie Toleranz, Kompromissbereitschaft,
Geselligkeit, Verlässlichkeit und eine gewisse Warmherzigkeit sind in Mehrgenerationenhäusern ebenso wichtig wie in einer Wohngemeinschaft. Die wohl größte Umstellung erwartet Hans Fichter, der seit 40 Jahren bei Plochingen gewissermaßen hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen allein in einem kleinen Häuschen wohnt, das ein 40 Ar großer Garten umgibt. „Ich kann kein Pfund Butter kaufen ohne Auto“, sagt der Pensionär. Wie seine Mitstreiter wünscht er sich eine Hausgemeinschaft, in der man füreinander da ist, ohne sich auf den Wecker zu fallen. Ihm ist klar, dass er eine Menge Kompromisse eingehen muss. „Wir üben uns gerade alle in Basisdemokratie“, sagt er und lacht in die Runde. Auch Gerhard Gold und seine Frau wohnen auf dem Dorf und wünschen sich, mittendrin zu leben, „direkt in der rollatortauglichen Innenstadt von Winnenden“, zusammen mit
Leuten, mit denen sie mal quatschen oder etwas unternehmen können.

 

 

WinnendenZuwachs für die Wohngenossen

Artikel der Winnender Zeitung (Regina Munder) vom 09.04.2013 

 Foto: Steinemann/ ZVW

Foto: Steinemann/ ZVW

 

Winnenden. Das Mehrgenerationen-Wohnprojekt „Mittendrin in Winnenden“ ist so weit gediehen, dass Gerhard Gold den Baubeginn Herbst 2013 in Aussicht stellt. Zwar muss die Planungsgemeinschaft, bestehend aus bisher 12 „Parteien“, noch mit den Nachbarn und dem Bauamt die Grenzabstände eindeutig klären, aber die Wohngenossen sind zuversichtlich, dass das bald klappt.

„Wir wollen niemanden verärgern“, sagt Eva Schwanitz, Sprecherin des Projekts und Mitglied der ersten Stunde. Die Künstlerin und Kunstpädagogin stellt die verlässliche Realisierung in den Vordergrund, darum wird die Planungsgemeinschaft die von der Stadt geforderten großen Grenzabstände einhalten und stattdessen ihre Laubengänge und einige Wohnungen verkleinern. „Wir freuen uns auf die Bahnhofsvorstadt mit ihren Gründerzeithäusern“, sagt Eva Schwanitz.

Im Hof hinter der Steak- und Schnitzelmeisterei, zwischen Palmer- und Ringstraße, soll das viergliedrige Haus mit Tiefgarage, Gemeinschaftsräumen und 24 Wohnungen entstehen (wir haben zuletzt am 4. April 2012 berichtet). „Ende 2014 mit dem Bauen fertig zu sein, ist unser Ziel“, so Gerhard Gold. Er glaubt, dass mit einem konkreten Zeitplan auch die noch begehrten Familien oder Alleinerziehende zur Planungsgemeinschaft stoßen. „Für sie sind die Erdgeschosswohnungen reserviert, von denen aus sie den begrünten Innenhof nutzen können“, erläutert Eva Schwanitz. Dieser hat stolze 360 Quadratmeter Fläche, auf denen die Anwohnerkinder sogar unter Beobachtung der Eltern und Mitbewohner spielen können. „Wir freuen uns auf Kinderlachen“, macht Eva Schwanitz von Anfang an klar, dass sich Mitglieder des Projekts niemals über „Kinderlärm“ beschweren würden. Im Gegenteil: „Wir Älteren sind auch bereit, mal Kinder zu hüten.“

Zwölf Parteien sind beisammen, junge Familien besonders erwünscht

Zusammen mit der Wohngenossenschaft „Pro“, die drei bis vier Appartements vermieten wird, ist die Planungsgemeinschaft auf 12 Partien gewachsen, zwei jüngere Frauen, eine mit Kind, sind dabei. Manche Paare haben gleich zwei Wohnungen gekauft, andere vermieten an Jüngere, bevor sie selbst einziehen. Gerne werden auch Studenten oder Auszubildende aufgenommen, deren kleinere Wohnungen eventuell später in Pflegewohnungen umgemünzt werden. „Pro“ sammelt dazu (und zur Bezuschussung) gerade Erfahrung bei einem Projekt in Schwäbisch Hall und auch das existierende Schorndorfer Mehrgenerationenhaus stellt dazu Überlegungen an. Schließlich überlegt so mancher jetzt noch rüstige Rentner, was aus ihm im Mehrgenerationenhaus wird, wenn er wirklich auf Hilfe angewiesen ist.

Beim Immobilientag in der Kreissparkasse hat sich die Gruppe Interessenten vorgestellt. Die wussten schon, dass es eigenständiges Wohnen, aber mit großem Gemeinschaftssinn ist. „Die meistgestellten Fragen waren, welche Wohnungen noch frei sind und was sie kosten“, berichtet Gerhard Gold. Tatsache ist, dass noch acht Wohnungen in den unteren Bereichen zu haben sind, der Quadratmeterpreis beläuft sich auf 2500 Euro. Es gilt aber nicht nur, Geld auf den Tisch zu legen, sondern die Hürde der Aufnahme in die Gemeinschaft zu nehmen. „Wer Interesse hat, kommt zu unseren 14-tägigen Treffen. Will er mitmachen, stellt er nach drei, vier Besuchen einen Antrag. Er muss dann rausgehen und die Mitglieder der Planungsgemeinschaft stimmen geheim ab“, schildert Eva Schwanitz das Prozedere.

 

 

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Artikel Im lokalen Teil "Winnenden und Umgebung" der "Winnender Zeitung"

Ausgabe 75 vom Donnerstag, 30. März 2017

 

Die nächsten Treffen

unserer Projektgruppe sind

im Georg-Büchner- Gymnasium:

Mo.24.09.2018 17:30 Uhr

Mo.08.10.2018 17:30 Uhr

Mo.22.10.2018 17:30 Uhr

Mo.05.11.2018 17:30 Uhr

Mo.19.11.2018 17:30 Uhr

 usw. alle 2 Wochen 

   

 

 

Samstags, jeweils von 11:00 bis 13:00 Uhr können Interessenten in einem Info-Container auf der Baustelle hinter der Gaststätte 'Krone' Informationen und alle gewünschten Auskünfte erhalten.

 

Hinweis:

Eine Zusammenstellung

der aktuell noch freien Wohnungen, finden Sie hier in der Ebene  'Lage und Pläne'.